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Früherer Deutsche-Bank-Chef Anshu Jain gestorben
Früherer Deutsche-Bank-Chef Anshu Jain gestorben

Früherer Deutsche-Bank-Chef Anshu Jain gestorben – Anshuman „Anshu“ Jain arbeitete als Bankmanager für ein britisch-indisches Unternehmen. Er und Jürgen Fitschen teilten sich vom 1. Juni 2012 bis 30. Juni 2015 die Funktion des Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bank. Der älteste Sohn des Beamten Ambuj Jain und seiner Frau Shashi, Anshu Jain, wurde in Indien geboren. Er und sein Bruder wuchsen in einer traditionellen Mittelklassefamilie im südlichen Neu-Delhi-Gebiet Nizamuddin-West auf. Er war der jüngere Cousin des 1951 geborenen Ajit Jain, der zum Zeitpunkt von Jains Berufung in den Vorstand der Deutschen Bank als einer der potenziellen Nachfolger von Warren Buffett bei seiner Holdinggesellschaft Berkshire Hathaway galt.

Anshu Jain besuchte von 1975 bis 1977 eine indische Privatschule in Kabul, nachdem sein Vater aus beruflichen Gründen umgezogen war. 1980 bestand er das Higher Secondary Exam an der Delhi Public School Mathura Road, einer Privatschule in Neu-Delhi. Öffentliche Universitäten waren Gastgeber von Jains Studien in Indien und den USA. Er erwarb 1983 seinen Bachelor-Abschluss in Wirtschaftswissenschaften an der Universität von Delhi im indischen Shri Ram College of Commerce.

1985 schloss er sein Studium an der University of Massachusetts Isenberg School of Management in Amherst, USA, mit einem MBA in Finanzen ab. Nach Abschluss seines MBA-Studiums trat er 1985 als Analyst bei der Bostoner Investmentbank Kidder, Peabody & Co. ein. Er wechselte 1988 zu Merrill Lynch in New York, wo er die erste spezialisierte Hedgefonds-Verwaltungsabteilung gründete und als Geschäftsführer fungierte.

Zusammen mit seinem Ausbilder Edson Mitchell verließ Jain Merrill Lynch 1995, um für die Deutsche Bank in London zu arbeiten. Nach Abzug aller Boni soll Jains Abteilung bei der Deutschen Bank in London in den fünf Jahren, in denen er in leitender Funktion im Investmentbanking tätig war, 16 Milliarden Euro netto verdient haben. Laut WirtschaftsWoche trug der Geschäftsbereich Jains im Jahr 2005 über 50 % zum Gesamtergebnis der Deutschen Bank bei.

Aufgrund dieser Leistungen und der damit verbundenen Prämien hat Jain in den vergangenen Jahren die interne Gehaltsliste der Deutschen Bank immer ganz oben angeführt. Zu dieser Zeit war er angeblich auch der bestbezahlte Arbeiter einer deutschen Aktiengesellschaft. Er wurde vom Magazin eFinancialNews auf Platz 2 der Liste der „100 einflussreichsten Personen“ gesetzt.

Auch die Bereiche der Deutschen Bank, die Gegenstand strafrechtlicher Ermittlungen wegen schwerer Steuerhinterziehung, Geldwäsche und versuchter Strafverfolgungsflucht durch Beteiligung an sogenannten Karussellgeschäften waren, wurden in Jains Zuständigkeitsbereich in London aufgenommen. 2012 wurden im Rahmen dieser Ermittlungen die Büros der Deutschen Bank in Frankfurt durchsucht. Wegen des Verdachts, Umsatzsteuern in Höhe von mehreren hundert Millionen Euro hinterzogen zu haben, wurden ehemalige Jain-Mitarbeiter festgenommen.

Während der Londoner Jahre fiel auch der Libor-Skandal – bei dem die Deutsche Bank einen entscheidenden Zinssatz zu ihren Gunsten manipulierte – in den Zuständigkeitsbereich von Jain. Seit 2009 ist Jain im Vorstand der Deutschen Bank.

Als einer der beiden Nachfolger von Josef Ackermann wurde Jain von der Deutschen Bank angekündigt, am 1. Juni 2012 gemeinsam mit Jürgen Fitschen den Vorstandsvorsitz zu übernehmen. Jain beaufsichtigte in seiner Funktion als Co-CEO Unternehmensfinanzierung, Verkauf und Handel sowie internationales Transaktionsbanking.

Früherer Deutsche-Bank-Chef Anshu Jain gestorben

Der Brite Jain war nach dem Schweizer Josef Ackermann der zweite ausländische CEO bzw. Co-CEO der Bank in ihrer über 140-jährigen Geschichte. Wie Jürgen Fitschen erhielt er 2012 4,8 Millionen Euro. Auf der Hauptversammlung am 21. Mai 2015 stimmten nur 61 % der anwesenden Aktionäre für ihn; in solchen Fällen sind Zustimmungsraten von 95 % und mehr typisch. Sein Ersatz folgte diesem enttäuschenden Ergebnis.

Die Verträge von Jain und Fitschen, die am 31. März 2017 enden sollten, wurden laut einer Mitteilung der Deutschen Bank vom 7. Juni 2015 abrupt beendet. Fitschen blieb auf Wunsch des Aufsichtsrats bis zum Ablauf der darauf folgenden ordentlichen Hauptversammlung am 19. Mai 2016 im Amt, während Jain sein Amt am 30. Juni 2015 niederlegte.

Jain arbeitete in den Vereinigten Staaten, nachdem er die Deutsche Bank verlassen hatte. Er begann 2016 als Berater für das kalifornische Fintech-Unternehmen Social Finance zu arbeiten. 2017 besuchte er Cantor Fitzgerald, einen in New York ansässigen Anbieter von Finanzdienstleistungen.
Im April 2008 wurden auch Vorwürfe gegen Jain wegen der von den USA verursachten globalen Subprime-Krise erhoben.

Der Bereich der Deutschen Bank AG, der unter Jains Führung seit Jahren angeblich der profitabelste war, hatte im ersten Quartal 2008 wegen massiver Kreditabschreibungen zur Finanzierung von Übernahmen und stark rückläufiger Einnahmen einen Vorsteuerverlust von 1,6 Milliarden Euro . Im Vorjahr hatte die Abteilung im gleichen Zeitraum einen Gewinn von 2,2 Milliarden Euro erwirtschaftet.

Jain wird in einer WDR-Sendung vom Mai 2012 auch Betrug bei der Verbriefung problematischer Hypotheken vorgeworfen. 1,4 Millionen Familien in den USA wurden durch Zwangsvollstreckungen zwangsversteigertdie Deutsche Bank-Tochter Deutsche Bank National Trust, teilweise dank gefälschter Papiere und Unterschriften, die von CBS entdeckt wurden.

Die von Jain betreuten Hypothekengeschäfte brachten der Deutschen Bank Milliarden Euro ein. Ludwig Poullain, der ehemalige Chef der Westdeutschen Landesbank, behauptete in einer Studie aus dem Jahr 2012, die Deutsche Bank habe ihre Machtposition zu kommerziellen Zwecken missbraucht und damit der Wirtschaft geschadet. Bei Wettverträgen mit hohem Risiko, an denen die Deutsche Bank und andere Unternehmen beteiligt sind,

wie JPMorgan Chase & Co., die hohe Provisionen verdienten und auf falschen Zinsprognosen basierten, verloren Städte, Gemeinden und europäische Regionen, wie die Toskana, Millionen, die die betroffenen Gemeinden teilweise zerstörten. Zu diesen Städten und Gemeinden gehörten Hagen und Pforzheim, Würzburg, Neuss und Mailand.

Im Abschlussbericht der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht zur Manipulation des Libor-Zinses heißt es, Jain, der damals das Investmentbanking bei der Deutschen Bank leitete, seien diesbezüglich “schwerwiegende Versäumnisse” vorgeworfen worden. Zum Beispiel,

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