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Familie Sonnemann
Familie Sonnemann

Familie Sonnemann -Leopold Sonnemann war in vielen gesellschaftlichen Bereichen tätig, darunter im Bankwesen, im Journalismus, im Verlagswesen, in der Politik und im Mäzenatentum. 1840 flohen Sonnemanns streng jüdische Eltern vor antisemitischen Ausschreitungen aus ihrer fränkischen Heimat nach Offenbach am Main, wo sie ein Stoffgeschäft übernahmen. Meyer Sonnemann sen. war selbstständiger Webermeister in Höchberg,

der seine eigene Arbeit und die anderer Weber in Würzburg vermarktete. Nach dem Abitur und einer selbstständigen Ausbildung trat Leopold in die Fußstapfen seines Vaters und wurde ein erfolgreicher Geschäftsmann. Die Frankfurter Nationalversammlung 1848/49 prägte den jungen Menschen nachhaltig, wodurch er sich verstärkt für Politik interessierte.

Nach dem Tod seiner Eltern im Jahr 1853 übernahm Sonnemann den Familienbetrieb und machte daraus eine Bank. Außerdem half er beim Aufbau der Frankfurter Volksbank. Dank seiner weltweiten Geschäfte finanziell abgesichert, konnte er sich nun auf politische und soziale Belange konzentrieren. 1856 gründete er die einflussreiche Wirtschaftszeitung Frankfurter Handelszeitung, die für die Abschaffung von Steuern und Zöllen kämpfte.

Als die Preußen 1866 Frankfurt am Main besetzten, floh Sonnemann nach Stuttgart, konnte aber bald zurückkehren und war 1867 alleiniger Eigentümer und Herausgeber der damaligen Frankfurter Zeitung. Im Kontext des reformistischen, radikal-demokratischen Weges der Ära Paulskirchen, den Sonnemann einschlug, war er maßgeblich an der politischen Richtungsbestimmung beteiligt.

1893 wandelte er die FZ in eine GmbH um. 1902 trat er als Verleger zurück und trat in den Ruhestand. Sonnemann beschränkte sein politisches Engagement nicht auf seine Verlagstätigkeit. 1863 übernahm er die Leitung der Aktivitäten des Bundes Deutscher Gewerkschaften. Nach seiner Gründung wurde er schließlich der eigentliche Manager des Unternehmens. 1868 war Sonnemann eine Schlüsselfigur bei der Gründung der Deutschen Volkspartei.

Mit der neuen Reichsverfassung erhielten die Juden erstmals vollen Rechtsschutz und ihr alleiniger Vertreter konnte bereits 1871 in den Reichstag einziehen. Während seine Amtszeit 1877–1878 kurzzeitig ausgesetzt wurde, Sonnemann konnte seine Position bis 1884 halten. Der Herausgeber der Satirezeitschrift Frankfurter Latern Friedrich Stoltze unterstützte Sonnemanns politische Kampagnen.

Als Reaktion auf seine Kritik an Otto von Bismarck, einschließlich seiner Haltung zur Annexion von Elsass-Lothringen, wurde der FC für einige Zeit verboten. Sonnemann war von 1869 bis 1880 Mitglied des Frankfurter Stadtrates und des Finanzausschusses und leistete in dieser Zeit bedeutende Beiträge zur Verbesserung der Stadt. Er war ein Mäzen, der den Bau des Opernhauses unterschrieb und zu den Senckenberg- und Rothschild-Bibliotheken beitrug.

Er initiierte 1891 die erste Internationale Elektrotechnische Ausstellung überhaupt. Der Städel Museumsverein wurde 1899 mit Hilfe des Städel Kunstinstitutsdirektors Ludwig Justi gegründet. Sein Tagebuch und er selbst waren häufige Ziele antisemitischer Anfeindungen, aber er wehrte sich tapfer in der Öffentlichkeit. Sonnemann trat 1855 der Frankfurter Freimaurerloge Zur aufgehenden Morgenröthe bei. Dort wurde er auf dem jüdischen Friedhof in der Rat-Beil-Straße beigesetzt. Rosa Schüler,

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Ehefrau von Leopold Sonnemann war die Tochter des jüdischen Kaufmanns und Bankbesitzers Moses Schüler und seiner Frau Nanette geb. Cohen. Therese, das einzige Kind des Paares, wurde im Februar 1855 geboren und heiratete später Felix Simon, dessen Familie im Königsberger Bankgewerbe etabliert war. Am 28. November 1938 wurde in Berlin eine Totenmesse für Therese abgehalten. Fridolin Simon, Walter Simon,

Henry Simon und Kurt Simon waren ihre vier Söhne, während Annemarie von Klenau, geb. Simon, ihre einzige Tochter war. Ab 1910 leitete Heinrich Simon gemeinsam mit seinem Bruder Kurt den Verlag und die Frankfurter Zeitung. Heinrich diente als Verleger und Vorsitzender der Redaktion. Kurt war der erste Präsident des Deutschen Billardverbandes und eines der Gründungsmitglieder. Rosa Sonnemann und Aaron Schüler hatten eine Pflegetochter namens Jeanette Kissing,

die sie später heirateten. Else Lasker-Schüler ist Dichterin und die Tochter von Aaron und Jeanette Schüler. Leopold Sonnemanns Schwester Johanna geb. Sonnemann heiratete Julius Israel Schüler, den Bruder von Rosa Sonnemann, einer Freundin Leopolds aus seiner Junggesellenzeit. Therese Schüler wurde als Tochter von Julius und Johanna geboren und heiratete den Berliner Finanzier Emil Salomon. Erich Salomon, der Fotograf,

wurde in diese Familie hineingeboren. Rosas anderer Bruder war der Porträtmaler Max Schüler. Ihm wird jetzt gedacht, indem ihm zu Ehren in der Nähe seines Geburtsortes eine weiterführende Schule gebaut wird. Eine weitere Hommage an diesen gebürtigen Frankfurter ist die Benennung einer Straße im Stadtteil Ostende nach ihm. Der deutsche Philosoph, Psychologe und politische Denker Ulrich Sonnemann.

Dort wurde der Sohn der Malerin Elfriede Wiener und des Berliner Büroleiters einer Frankfurter Zeitung, Leopold Veit Sonnemann, geboren. Der Gründer dieser Zeitung, Leopold Sonnemann, war ein entfernter Verwandter seines Vaters. Ab 1930 studierte Ulrich Sonnemann an den Universitäten Berlin, Freiburg im Breisgau und Frankfurt am Main Philosophie, Psychologie, Literatur- und Sozialwissenschaften.

Wegen seiner jüdischen Abstammung wurde er von den Nationalsozialisten verfolgt und inhaftiert. Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 verließ er Deutschland. 1934 promovierte er an der Universität Basel mit Hilfe einer von Edgar Salin verfassten Dissertation mit dem Titel „The Social Thought in the Work of HG Wells“. Nach seinem Psychologiestudium in Zürich arbeitete er dort als Journalist. 1940 wurde er von einem belgischen Polizisten geschnappt und in ein französisches Gefangenenlager gebracht.

Er entkam 1941 dem Internierungslager Gurs und machte sich auf den Weg in die Vereinigten Staaten. Bevor er als klinischer Psychologe in der US-Armee diente, war er Professor für deutsche Sprache und Literatur. Danach ging er in die klinische Psychologie und lehrte kurzzeitig als außerordentlicher Professor an der renommierten New Yorker New School for Social Research. In dieser Zeit wurden zahlreiche Bücher veröffentlicht,

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